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E-Bike Lieferung ohne Pedale? Darauf solltest du beim Kauf unbedingt achten


Mit Pedalen oder ohne?

Wir gehen einer der wichtigsten Fragen beim Online E-Bike-Kauf nach, denn viele E-Bikes werden von Werk aus ohne Pedalen ausgestattet. Seltsam oder sinnvoll? Wir haben unsere Product Manager Uolf und Johannes gefragt, warum das so ist. Die begeisterten E-Biker kennen die Thematik schliesslich aus zwei Perspektiven: Als Experten im Vertrieb und als Fahrer. Im Interview erklären sie, warum die Lieferung ohne Pedale durchaus sinnvoll ist. Ausserdem haben Sie ein paar Tipps zur Auswahl der richtigen Pedale auf Lager.

Uolf, du bist nicht erst seit deiner Arbeit bei m-way begeisterter E-Biker und Velofahrer. Hast du dich schon einmal über fehlende Pedale am E-MTB geärgert?

Uolf: Nein. Tatsächlich werden sportliche Velos, so wie ich sie fahre, schon seit langem ohne Pedale geliefert. Darüber bin ich auch ganz froh, sonst hätte ich eine Menge nutzloser Pedale bei mir in der Garage liegen. Die Pedalwahl ist nämlich in der Tat schon etwas Persönliches. Ich verstehe aber durchaus den Frust, wenn es an einem so kleinen Teil fehlt.

Inwiefern ist das frustrierend?

Uolf: Wer sich Wochen lang auf sein E-Bike freut, möchte direkt nach der Lieferung die erste Runde drehen, das ist ja natürlich. Wenn dann jedoch der Verdacht aufkommt, dass bei der Lieferung etwas vergessen wurde, ist die Frustration gross. Im schlimmsten Fall ist es dann Samstagnachmittag und die erste E-Bike-Ausfahrt muss hinter das Wochenende verschoben werden.

Das tut natürlich auch uns als leidenschaftliche Biker leid. Genau deshalb empfehlen wir so oft es geht, beim Kauf immer genau auf die Details zu achten und notfalls noch mal nachzuhaken. Da ist auch keiner böse, wenn das Telefon klingelt, im Gegenteil.

Werden denn alle E-Bikes ohne Pedale geliefert?

Uolf: Alltags-E-Bikes bis hinein in den Trekking-Bereich kommen meist mit Standard-Pedalen zu unseren Kunden. Hier sind die Unterschiede zwischen verschiedenen Modellen recht gering, obwohl auch hier manche Kunden die Pedale anschliessend wechseln.

Je sportlicher ein E-Bike jedoch ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass keine Pedale verbaut sind. Meist hilft ein Blick auf das Bild im Webshop. Sind dort keine Pedale zu sehen, gehören sie wahrscheinlich nicht zum Lieferumfang.

Generell sollte man bei E-MTBs und E-Rennvelos immer davon ausgehen, dass keine Pedale dabei sind. Bei Unsicherheit hilft ein Anruf bei unserer Kundendienst-Hotline.

Johannes, du kümmerst dich bei m-way vor allem um das Zubehör und zusätzliche Ausstattung. Warum legt ihr nicht einfach Pedale dazu?

Johannes: Obwohl sie optisch vielleicht als eine Kleinigkeit gewertet werden, haben Pedale eine enorme Auswirkung auf das Fahrgefühl und damit auf den Fahrspass. Am E-Bike gibt es ja schliesslich nur drei bzw. fünf Kontaktpunkte: Den Sattel, die beiden Griffe und die beiden Pedalen. Die grösste Belastung müssen tatsächlich letztere tragen.

Gerade bei E-Mountainbikes geht es hier um das Gefühl der Sicherheit. Günstige Pedale als Standardlösung wären eine Option für die erste Fahrt, aber sie landen meist eh im Müll. Wenn es am Trail unter meinen Füssen knackt, verliere ich schnell das Gefühl der Sicherheit.

Johannes: Gerade hier tut es finanziell richtig weh, wenn ich einen Pedalsatz von über 60 oder sogar 100 Franken abmontieren muss, nur weil er mir nicht gefällt. Deshalb sagen die Hersteller: Pedalen sind so individuell, hier muss jeder für sich entscheiden.

Und ehrlich gesagt unterstützen wir dieses Konzept. Erstens wollen wir möglichst wenig Müll produzieren, zweitens spare ich als Fahrer dadurch Kosten und kann genau das Pedal finden, das für mich am besten passt.

Uolf: Wer ein bisschen mehr fährt, wird schnell seine Vorlieben entwickeln. Ich persönlich fahre verschiedene Pedalen an meinen Bikes. Für mein E-MTB sind hochwertige Flats die Wahl, bin ich mit dem Gravel unterwegs, stehe ich auf die Stabilität des SPD-Systems und mit dem Rennvelo ist es halt die Lockplatte.

Jeder hat seine Vorlieben. Ich fahre E-Bikes nicht so gerne mit Klick-Systemen, aber Johannes hat auf seinem E-Hardtail ein duales System.

Sind Flats oder Klick-Systeme am E-Bike besser?


Johannes: Das kommt immer darauf an. Mein „E-Traktor“ ist ein geländegängiger Allrounder auf E-Hardtail-Basis. Da kann man auch gelegentlich mit Klick-Pedalen etwas mehr rauskitzeln. Diese Pedale fixieren die Schuhe und du kannst nicht nur kräftig reintreten, sondern auch ziehen. Aber auf meinem E-MTB habe ich mehr Vertrauen in Flats. In Notsituationen muss ich schliesslich schnell den Kontakt lösen können.

Uolf: Ohnehin fahren nur wenige Fahrer ihr E-MTB mit Klickpedalen. Bikes mit der Bosch Performance Line CX, dem Shimano EP8 oder dem Yamaha PW X3 brauchen die zusätzliche Zugstärke einfach nicht. Der Motor gibt am Berg so viel Energie dazu, dass es schon mit Flats ordentlich Spass macht. Vollgas bei hoher Sicherheit: Hier punkten unsere E-MTBs ja ohnehin am meisten.

Klick-Pedale am E-Bike sind daher eher etwas für sportliche E-Gravelbikes oder E-Rennvelos. Der leichte Fazua-Antrieb beschleunigt zwar auch ordentlich, aber über 25 km/h geht es dann auch um die Kraft in den Oberschenkeln. Wer ein E-MTB über 25 km/h bewegt, ist ohnehin meist bergab unterwegs. Da sind Flats die sichere Wahl.

Die meisten Fahrer sollten am E-Bike also auf Flats zählen. Was sind hier die wichtigsten Faktoren?

Johannes: Als aller erstes die Schuhgrösse. Du musst vernünftig auf den Pedalen stehen können. Ein breiter Fuss benötigt eine breite Fläche. Dann geht es natürlich auch um das Material. Plastik ist nicht immer so verlässlich wie Metall. Sparen sollte man hier nicht. Ein guter Satz Pedale macht einiges mit und wandert vielleicht sogar noch mit ans nächste Velo.

Uolf: Wenn es dann in den Profi-Bereich geht, kommt neben der Grösse und Stabilität natürlich auch das Gewicht mit ins Spiel. Gerade bei den Pedalen gibt es hier eine grosse Spannweite an Möglichkeiten.

Johannes: Das kommt eben auf den Einsatz an. Fährst du oft Schotterpisten und bist eher auf Touren unterwegs? Dann ist ein Trekking-Pedal mit gutem Grip bereits hervorragend geeignet. Ohne Pins – denn die können beim Kontakt mit dem Schienbein schonmal schmerzen.

Am E-MTB für den Trail-Einsatz brauchst du jedoch mehr Halt, sodass ich Flat-Pedale mit grosser Auflagefläche und eben auch Pins empfehlen würde – besonders wenn es auch mal durch den Regen geht. Das Race Face Chester ist enorm beliebt. Der Verbundwerkstoff ist wirklich wertig und das Pedal bietet einen super Halt.

Uolf: Das stimmt! Für alle, die etwas Farbe am Bike wollen, gibt es die Pedalen sogar in Magenta oder Blau. Das macht auch optisch einiges her. Ich finde aber auch die Trail Roc von Look absolut Hammer. Damit fühlen auch wir als fortgeschrittene Fahrer uns in jeder Situation wohl. Die Vollmetall-Platte ist super stabil und du kannst die Pins so verstellen, wie es dir am besten passt.  

Wie sieht es mit anderen Kontaktpunkten aus? Gibt es sonst noch Ausstattung, auf die verzichtet wird?


Johannes:  Nein. Verzichtet wird sonst in der Regel auf nichts. Sattel und Griffe sind immer dabei, schliesslich geht es hier mehr um Komfort als um Sicherheit. Ausserdem müssen sich Einsteiger ohnehin erst einmal einfahren. Wir alle kennen das vom Anfang der Saison: Die Sitzknochen schmerzen immer, da kann der Sattel noch so gut sein.

Wenn die Besitzer ihr Gesäss dann irgendwann an die Ansprüche der neuen E-Bikes gewöhnt haben und es trotzdem noch etwas komfortabler sein könnte, dann helfen wir natürlich gerne aus. Beim Sattel ist es ohnehin nicht allzu tragisch, ein Ersatzteil in der Garage zu haben. Im Vergleich zu den Pedalen nutzen Sattel mit der Zeit stärker ab. Deshalb schafft auch ein Extra-Exemplar fast immer einen Mehrwert und landet selten im Müll.

Pedale werden hingegen oft vom alten zum neuen E-Bike getauscht. Mit der richtigen Pflege, also einer regelmässigen Reinigung und Schmierung, hat man mit guten Pedalen sehr lange Spass. So etwas können natürlich auch unsere Fachleute in den Werkstätten im Rahmen des regelmässigen Service übernehmen.

Uolf: Anmerken kann man noch, dass viele sportliche E-Bikes ohne Seitenständer ausgeliefert werden, weil diese im Trail-Einsatz stören oder sogar gefährlich werden können. Wer aber weiss, dass er auf dem E-Mountainbike eher Touren fährt, kann den Ständer dazu bestellen. Beispielsweise haben sogar zwei E-Bikes von Cube, die Reaction Hybrid und Stereo Hybrid 140er, eine versteckte Aufnahme für den Seitenständer an der Kettenstrebe.

Baut ihr Seitenständer und Pedale für eure Kunden ans E-Bike?

Uolf: Natürlich. Schliesslich wollen sie direkt mit dem neuen Bike losstarten. Online werden die Teile stets getrennt geliefert, aber im Grunde ist die Montage kein Problem und auch hier sind unsere Filialen natürlich behilflich.

Wir haben in der Schweiz mit über 30 Filialen ein grosses Netz an Shops und Werkstätten.

So ein kleiner Service kostet beim Kauf natürlich auch keinen Zuschlag. Unsere Shop Manager freuen sich ja auch immer über strahlende Gesichter. Und wir freuen uns über positives Feedback und neue Gesichter auf dem Trail.