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Antriebskonzepte

Volle Kraft voraus! Den richtigen Antrieb wählen

In Kürze

Wie beim Smartphone ist es verlockend immer die neueste Technologie zu kaufen. Beim E-Bike kann aber Altbewährtes eine sehr gute Wahl sein. Wichtig sind vor allem der Einsatz und das Fahrverhalten. Worauf es zusätzlich ankommt, sagt Dominik Heiber von m-way Basel im Interview mit Guido Köhler.
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Tout comme dans le domaine des smartphones, lorsque l’on envisage l’achat d’un vélo électrique, la tentation est forte de choisir un modèle doté des toutes dernières technologies. Pourtant, un modèle éprouvé peut parfois s’avérer mieux adapté. Il est ici primordial de prendre en considération l’utilisation prévue et son style de conduite. Dominik Heiber de chez m-way Bâle nous renseigne sur les autres aspects au cours d’un entretien avec Guido Köhler.

Die Auskunft vom Profi

Gut zu wissen: Beim Treten muss die Energie vom Motor auf die Räder gebracht werden. Dazu gibt es unterschiedliche Antriebskonzepte:

  • Mittelmotor mit Naben- oder Kettenschaltung
  • Hinterradmotor mit Kettenschaltung
  • Vorderradmotor

Im folgenden Interview werden die verschiedenen Vor- und Nachteile dieser Technologien besprochen.

Guido Köhler: Der Mittelmotor mit Kettenschaltung ist in der Schweiz sehr weit verbreitet. Warum?
Dominik Heiber: Das hat mit der grossen Flexibilität dieses Motorenkonzepts zu tun. Ich kann daran eine Ketten- oder eine Nabenschaltung, z.B. mit Riemen kombinieren. Und nicht nur das, auch bei den Komponenten habe ich die grösste Freiheit – sogar ein Rücktritt wäre möglich. Der Motor hat immer ein optimales Drehmoment, da er nicht ans Hinterrad gebunden ist. Es wird also jede Art von Steuerung unterstützt.

Guido Köhler: Gibt es grosse Unterschiede zwischen den Mittelmotoren? Merkt der Käufer, die Käuferin, ob er oder sie einen Brose-, Bosch- oder Panasonic-Motor fährt?
Dominik Heiber: Auf jeden Fall! Ein Panasonic- fährt sich anders als ein Boschmotor. Hinzu kommt neben dem unterschiedlichen Fahrverhalten die Produkteauswahl. Bei Bosch werden Gelegenheitsfahrer, Pendlerinnen oder MTB-Fahrer fündig. Yamaha hingegen bietet nur eine kleine Auswahl an. Panasonic wiederum ist der einzige Motor mit zwei Gängen (ab 2017). Es lohnt sich daher unbedingt im Laden vorbeizukommen und eine Testfahrt zu machen.

Guido Köhler: Wann ist ein Hinterradmotor der Antrieb erster Wahl?
Dominik Heiber: Dieses Antriebskonzept ist klar für den Pendler konzipiert, der lange Strecken mit gleichbleibend hoher Geschwindigkeit ohne Stopps zurücklegt. Auch muss er keine allzu grossen Steigungen bewältigen und zieht keinen Anhänger. Für diesen Einsatz ist der Hinterradmotor ideal.

Guido Köhler: Welches sind die Nachteile des Hinterradmotors?
Dominik Heiber: Wie deren Name schon sagt, sind diese Motoren ans Hinterrad gebunden und damit an die Umdrehungen des Rads. Bauartbedingt läuft der Motor nur bei spezifischen Umdrehungszahlen optimal. Ausserdem neigt er dazu sich zu überhitzen, daher ist er am Berg und mit Lastenzug ungeeignet. Zudem ist nur eine Kettenschaltung möglich. Ein weiterer Nachteil: Es hat zurzeit nur noch wenige brauchbare Anbieter am Markt. Der Vorteil, dass es keinen speziellen Rahmen braucht, ist zweitrangig geworden, da die Kunden heute eine riesige Auswahl haben, was früher nicht der Fall war.

Guido Köhler: Kommen wir zur Schaltung. Wem empfiehlst Du eine Naben- und wem eine Kettenschaltung?
Dominik Heiber: Die Nabenschaltung, mit der Möglichkeit auch im Stand schalten zu können, ist klar eine Lösung für den urbanen Komfortfahrer. Er möchte sich um möglichst wenig kümmern. Er muss keinen oder nur leichte Anhänger ziehen und wohnt nicht am Berg. Kippt das E-Bike mal um, sind keine Schäden am Schaltwerk zu erwarten.Die Kettenschaltung mit Umwerfer ist nach wie vor die Universallösung und für alles geeignet, vor allem am Berg und für den Anhängertransport. Hier gibt es auch speziell starke Ketten.

Guido Köhler: Aber Nabenschaltungen sind teurer?
Dominik Heiber: Nicht mehr oder nicht mehr so sehr wie früher, da im von uns verkauften Preissegment qualitativ hochwertige Schalt-Komponenten verbaut werden, so dass die Preisdifferenz zurückgeht oder eben nicht mehr so stark ins Gewicht fällt.

Guido Köhler: Anstelle der Kette könnte man einen Riemenantrieb wählen. Das hat viele Vorteile, z.B. kein Schmieröl mehr an den Fingern, wenn die Kette aushängt. Was sagt der Velomechaniker dazu? Was muss der Kunde wissen?
Dominik Heiber: Klar hat das Vorteile, es ist auch ein sehr geräuscharmer Antrieb. Leider hat es aber einige Nachteile: Der Hinterbau muss absolut steif sein, da Riemen kaum Abweichungen tolerieren. Ausserdem braucht der Hinterbau ein Rahmen-Schloss für den Riemen. Hinzukommt, dass es nur zwei Qualitätsanbieter am Markt hat, darum ist das Produkt recht teuer. Wer aber die Vorzüge des Riemens schätzt und mit einer Nabenschaltung leben kann, der ist damit sehr gut bedient.

Guido Köhler: Wann würdest Du einen Vorderradmotor empfehlen?
Dominik Heiber: Gar nicht. m-way bietet diesen Motor nicht an. Er ist zu schwach und hat physikalisch zu viele Nachteile. Der Antrieb gibt unangenehme Kräfte auf das Vorderrad frei, was zu gefährlichen Situationen führen kann, besonders in Kurven oder auf rutschigem Untergrund. Er wird nur noch in Billigprodukten verbaut oder ist als Option erhältlich für 3-Räder, die gerne von Menschen mit Handicap gefahren werden.

Guido Köhler: Getriebeschaltungen wie Pinion sind in aller Munde. Das Prinzip ist bestechend, die Kraftübertragung wirkt direkt auf das Getriebe und nicht auf die Kette. Was muss ein Kunde wissen, der sich für diese Antriebsart interessiert?
Dominik Heiber: m-way bietet Pinion – noch – nicht an, behält aber die Entwicklung im Auge. Zurzeit gibt es nur eine Lösung mit Hinterradmotor, die uns nicht überzeugt. Ausserdem ist das Produkt extrem teuer. Sobald es einen Motorenhersteller gibt, der das Pinion-Getriebe in seinen Elektromotor integrieren würde, wäre das aber ein echter Quantensprung.

Guido Köhler: Wohin wird die technische Entwicklung beim Antrieb gehen?
Dominik Heiber: Es gibt drei Entwicklungen: Erstens die vollständige oder teilweise Integration des Antriebs in den Rahmen. Das hat ästhetische Gründe oder weil man dann nicht auf den ersten Blick sieht, dass es sich um ein E-Bike handelt. Die zweite Entwicklung spielt sich bei der Steuerung ab. Immer mehr Hersteller bieten eine Vollautomatik an, d.h. ich drücke auf einen Knopf und alles läuft von selbst: Schalten, Motorsteuerung, Regulierung usw. Und der letzte Trend: Kleiner, leichter, agiler. Die Zeit immer stärkerer und grösserer Akkus hat ihren Peak bald erreicht.

Guido Köhler: Wie bereite ich mich als Kunde für das Verkaufsgespräch vor?
Dominik Heiber: Wir möchten vom Kunden folgendes wissen:

  • Haupteinsatzgebiet (80% der Nutzung)
  • Regelmässigkeit (täglich, wöchentlich, gelegentlich)
  • Benötigte Reichweite
  • Steigungen
  • Zusatzlasten wie Anhänger, Kindersitz oder beides zusammen
  • Budget

Guido Köhler: Was empfiehlst Du Kunden mit einem knappen Budget?
Dominik Heiber: Wer spart, zahlt zweimal. Am Antrieb zu sparen oder an den dafür nötigen Komponenten führt zu keiner brauchbaren Lösung – oder zumindest nicht zu einer nachhaltigen. Solche E-Bikes haben nur eine kurze Lebenszeit und Reparaturen gestalten sich oft sehr kostspielig. Besser ist es von einer guten Aktion Gebrauch zu machen. Oder sich auf letztjährige Modelle zu fokussieren. Wenn Cash ein Problem ist, kann man das E-Bike mieten. Diese Langzeitmiete von 24 oder 36 Monaten bietet m-way schweizweit über deren Partner Energie Wasser Bern (ewb) an.

Guido Köhler: Dominik, Danke fürs Gespräch.

Details E-Bike-Antriebskonzepte

Wer mehr erfahren möchte, kann das PDF «E-Bike-Antriebskonzepte» herunterladen. Darin werden die wichtigsten Antriebe und Fachausdrücke erläutert.

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